Freiwilligenprojekte für Natur, Geschichte und mehr – So können sie sich einbringen
Sie suchen nach einer Beschäftigung, bei der Sie draußen im Grünen Tiere beobachten, zu Hause alte Landkarten erforschen oder Ihr Wissen weitergeben können? Arbeiten Sie an einem Forschungsprojekt und wünschen sich Unterstützung oder möchten Sie anderen helfen? Dann ist „Bürger schaffen Wissen“ genau das Richtige für Sie. Dieses Angebot nennt man auch „Citizen Science“, also Bürgerwissenschaft.
Bei dieser Initiative wirken Sie als ganz normale Bürgerinnen und Bürger an Freiwilligenprojekten mit. Sie benötigen dafür weder ein Studium noch spezielle Vorkenntnisse. Sie sammeln Beobachtungen, Recherchen oder eigene Erfahrungen und geben diese meist über das Internet an Fachpersonen weiter. Die gesammelten Daten werden dann ausgewertet und tragen dazu bei, neue Erkenntnisse über die Natur, Wissenschaft oder unsere Geschichte zu gewinnen.
Im diesem Artikel stellen wir Ihnen mehrere Freiwilligenprojekte vor, bei denen Sie mitwirken können.
Inhalt des Artikels
- 1 „Mit:forschen!“ – Freiwilligenprojekte für Jung und Alt
- 2 NABU – Freiwilligenprojekte mit Fokus auf Tieren
- 3 Artenschutz und Biodiversität
- 4 Draußen im Grünen mit Pflanzenbestimmung-Apps
- 5 Vergleichbare Freiwilligenprojekte in der Schweiz und Österreich
- 6 Citizen Science international – Freiwilligenprojekte auf der ganzen Welt
- 7 Alte Landkarten erforschen mit Georeferenzierung
- 8 Fazit
„Mit:forschen!“ – Freiwilligenprojekte für Jung und Alt
„Bürger schaffen Wissen“, nunmehr offiziell bekannt als „mit:forschen!“, ist eine Online-Plattform, auf der Experten und Hobbyforscher gemeinsam forschen. Dort gibt es zahlreiche Freiwilligenprojekte, bei denen Menschen jeden Alters und auch diverse Institutionen zusammenarbeiten. „Mit:forschen!“ ist die Hauptplattform für Citizen Science in Deutschland.
Auf der Website von „mit:forschen!“ können Sie nach Projekten suchen, die Sie interessieren. Es gibt viele Themengebiete wie Pflanzen, Archäologie, Tiere, Geschichte, Wetter und mehr. Sie wählen ein Thema aus, zum Beispiel Tiere, und machen bei einem Projekt wie dem Vogelzählen mit. Ihre Beobachtungen tragen Sie in ein Online-Formular ein. Die Ergebnisse werden dann von Kennern ausgewertet und veröffentlicht.
Durch diese Freiwilligenprojekte können Sie neue Kontakte knüpfen, Zeit an der frischen Luft verbringen und körperlich und geistig aktiv bleiben. Ein weiterer Vorteil: Die Freiwilligenprojekte sind kostenlos.
NABU – Freiwilligenprojekte mit Fokus auf Tieren
Wenn Ihnen Artenschutz wichtig ist und Sie gerne Zeit draußen im Grünen verbringen, dann legen wir Ihnen den Naturschutzbund, kurz NABU, einen der ältesten und größten Umweltverbände Deutschlands ans Herz. Hier gibt es Freiwilligenprojekte, die sich spezifisch auf Tiere konzentrieren.
Sie haben eventuell schon einmal von der „Stunde der Gartenvögel“ oder dem „Insektensommer“ gehört. Bei diesen Aktionen zählen Sie auf Ihrem Balkon oder draußen in einem Park in Ihrer Nähe die entsprechenden Tiere, die Sie sehen, für eine Stunde. Notieren Sie Ihre Daten und geben Sie diese über ein Online-Formular oder die NABU-App weiter. Wichtig ist, die Tiere nicht doppelt zu zählen, da dies das Ergebnis verfälscht.
Artenschutz und Biodiversität
Wenn Sie noch mehr für die Tiere und Pflanzen auf unserer Erde tun wollen, dann ist „iNaturalist“ genau das Richtige für Sie. Dieses internationale Citizen-Science-Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, die Verbindung zwischen Menschen und Tieren zu fördern und die weltweite Artenvielfalt zu dokumentieren.
Bei „iNaturalist“ werden Fotos sowie auch Tonaufnahmen von Tieren, Pflanzen und Pilzen gesammelt. Auch Spuren von Tieren, wie Fußabdrücke oder Vogelnester, werden dokumentiert. Dabei wird zwischen kultivierten und wilden Lebewesen, wie auch zwischen Pflanzen aus Gärten oder Parks unterschieden.
Ihre Naturbeobachtungen werden online gespeichert und übersichtlich gesammelt. Auf diese Weise entstehen wichtige Daten für die Naturschützer und Wissenschaftler, auf deren Basis verständlich wird, wann und wo welche Organismen vorkommen. Expertinnen und Experten helfen dabei, die beobachteten Tiere und Pflanzen zu bestimmen.
Werden Sie selbst Teil davon und suchen Sie sich ein Projekt heraus, das Ihnen gefällt oder starten Sie ein eigenes. Tauschen Sie sich mit anderen Naturbeobachtern aus, um noch mehr über die Natur zu lernen und wertvollen Wissen zu erhalten.
Draußen im Grünen mit Pflanzenbestimmung-Apps
Sie wollen mehr über Pflanzen erfahren und möchten Ihren Mitmenschen helfen, diese zu bestimmen? Dann gibt es diverse Apps, die Ihnen dabei von Nutzen sein können.
Eine dieser Apps heißt „Flora Incognita“. „Flora Incognita“ ist ein Forschungsprojekt zwischen dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und der Technischen Universität Ilmenau. Mit der App lassen sich hauptsächlich wilde Pflanzen aus der Region Mitteleuropas bestimmen. Sie können auch selbst Pflanzen fotografieren und diese Bilder einschicken. Botaniker und Botanikerinnen bestimmen die Pflanzen und Sie haben dabei geholfen, die Datenbank zu erweitern.
Wenn Sie eine Pflanze bestimmen, wird Ihnen neben dem Namen der Pflanze auch ein Steckbrief angezeigt. Dieser beinhaltet Informationen zum Aussehen, Schutzstatus, Blühzeitraum und zur Giftigkeit. Es werden auch Bilder zum Abgleichen angezeigt. Seit 2024 ist es auch möglich, viele Pflanzen offline zu bestimmen. Dies ist optimal, wenn Sie draußen im Grünen sind, z. B. auf einem kleinen Wanderausflug.
Es gibt auch weitere Pflanzenbestimmungs-Apps, die Sie ausprobieren können. Diese sind z. B. „Pl@ntNet“, „PictureThis“ oder „Plantura“.
Vergleichbare Freiwilligenprojekte in der Schweiz und Österreich
Auch außerhalb Deutschlands gibt es Konzepte, die ähnlich wie „Bürger schaffen Wissen“ sind. In unseren deutschsprachigen Nachbarländern werden sie „Österreich forscht“ und „Schweiz forscht“ genannt.
Wie auch bei „mit:forschen!“ sind diese Online-Plattformen kostenlos und jeder kann mitwirken. Der Schwerpunkt liegt auf Themen aus der Schweiz und aus Österreich. Das umfasst etwa Fragen zu regionalen Dialekten oder der heimischen Flora und Fauna. Wichtig zu erwähnen ist, dass die Forschung auch über die Länder hinausgeht.
Citizen Science international – Freiwilligenprojekte auf der ganzen Welt
Bürgerwissenschaften gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Zwei internationale Plattformen stellen wir Ihnen hier vor.
Eine davon ist „Zooniverse“. Sie ist die größte Online-Plattform für Citizen Science weltweit. Dort können Sie ganz ohne Vorkenntnisse mithelfen, zum Beispiel historische Tagebücher, alte Land- oder Sternenkarten oder Tieraufnahmen erforschen.
Eine weitere Plattform heißt „SciStarter“. Sie bringt Menschen aus vielen Ländern zusammen, die gemeinsam an Forschungsprojekten teilnehmen möchten. Außerdem bietet sie Ressourcen und Produkte an, damit die Projekte umgesetzt werden können.
Alte Landkarten erforschen mit Georeferenzierung
Wenn Sie lieber im Haus bleiben möchten, schlagen wir Ihnen die Georeferenzierung vor. Bei der Georeferenzierung werden alte Karten digital mit heutigen Karten verglichen und zugeordnet. So kann man sehen, wie sich Städte, Orte oder Landschaften im Laufe der Zeit verändert haben.
In vielen Regionen Deutschlands werden alte Landkarten auf diese Art untersucht. Die Ergebnisse werden digital gespeichert und helfen dabei, historische Karten besser zu verstehen und dauerhaft zu sichern.
Es gibt verschiedene Freiwilligenprojekte, bei denen Sie mitarbeiten oder mehr darüber erfahren können. Eventuell haben Sie ja auch selbst alte Landkarten, die Sie auf diese Weise einordnen und sichern lassen möchten.
Fazit
Es gibt zahlreiche Freiwilligenprojekte im Bereich der Bürgerwissenschaften. Mit diesen können Sie mehr für die Umwelt, die Natur oder den Artenschutz tun. Außerdem ermöglichen diese Forschungsprojekte Ihnen, an die frische Luft zu kommen und Kontakte zu knüpfen.
Wenn Sie nicht mehr so mobil sind, können Sie trotzdem mithelfen. Auch in Ihren eigenen vier Wänden können Sie Teil eines Projekts werden und Ihr eigenes Wissen weitergeben. Ob regional oder international, ob alt oder jung, jeder kann mit Forschen und Neues entdecken.
Vielen Dank für die Bilder an airtank, Jggrz, Pexels, ShiftGraphiX (©pixabay.com)
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