Stürze im Alter vermeiden – Tipps und Tricks

Stürze im Alter

Sie passen einen kurzen Moment lang nicht auf und stolpern – und schon ist es zu spät. Stürze im Alter sind schnell passiert und können sehr schmerzhaft sein. Denn gerade Senioren stürzen viel häufiger und erleiden dabei immer wieder ernste Folgeschäden. Der folgende Beitrag soll über Ursachen und Folgen aufklären und Ihnen dabei helfen, sich vor Stürzen im Alter zu schützen.

Warum stürzen ältere Menschen leichter?

Hauptursachen für Stürze im Alter sind oftmals gesundheitlicher Natur. So kann beispielsweise eine Seh- oder Erkennungsstörung (hervorgerufen etwa durch Demenz) der Grund dafür sein, dass Senioren eine Sturzgefahr zu spät oder überhaupt nicht als solche wahrnehmen.

Viele Menschen leiden im Alter auch unter Hörschäden. Da auch das Gleichgewichtsorgan (Vestibularapparat) im Innenohr liegt, kann der Gleichgewichtssinn durch einen Hörschaden beeinträchtigt sein. Begleitet wird dies oft von Symptomen wie Schwindel und einer Verzerrung der Raum- und Bewegungswahrnehmung, wodurch sich das Risiko eines Sturzes erhöht.

Eine schwache Muskulatur, Gangprobleme oder langsame Reflexe begünstigen die Gefahr von Stürzen bei Senioren ebenfalls.

Welche Folgen können Stürze im Alter haben?

Blutergüsse (Hämatome), Abschürfungen und Prellungen gehören zu den häufigeren Folgen von Stürzen im Alter. Zwar können sie schmerzhaft sein, sie klingen in der Regel aber von selbst wieder ab, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Senioren brauchen für die Regeneration aber meistens mehr Zeit als jüngere Menschen. Ziehen Sie oder Ihre Angehörigen nach einem Sturz am besten einen Arzt zurate, wenn die Beschwerden länger als ein paar Stunden anhalten.

Bei weniger als einem von zehn Stürzen kommt es zu Knochenbrüchen. Auf Grund der schwächer ausgeprägten Muskulatur und der geringeren Knochendichte sind alte Menschen bei Knochenbrüchen besonders gefährdet. Im Gegensatz zu kleineren Verletzungen können Brüche ernsthafte Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit und somit im Alltag nach sich ziehen – vor allem dann, wenn Knochen am Oberschenkel und an der Hüfte in Mitleidenschaft gezogen werden. Schlimmstenfalls sind Betroffene teilweise oder gar vollständig gelähmt. In jedem Fall geht ein Knochenbruch mit einem längeren Klinikaufenthalt und operativen Eingriffen einher.

Neben körperlichen Schäden kann die Angst vor Stürzen im Alter auch zu einer psychischen Einschränkung der Lebensqualität führen. Haben Menschen erst einmal einen schweren Sturz erlitten, vermeiden sie oft aus Angst vor einem wiederholten Unfall den Weg nach draußen. Isolation und Abschottung sind dann die Folge.

Stürze im Alter vermeiden – das können Sie tun

Stürze im Alter geschehen in Sekundenbruchteilen, plötzlich und unangekündigt. Doch es existiert eine ganze Reihe aktiver Maßnahmen zur Vorbeugung. Die Wesentlichsten werden Ihnen im Folgenden aufgelistet.

Bleiben Sie in Bewegung

Stürze im Alter Bewegung

Auch kleine Spaziergänge helfen dabei, die Beweglichkeit beizubehalten. Vielen Dank an Mabelamber/pixabay.com für das Bild.


Es mag paradox klingen, doch wer sich aus Angst vor einem Sturz weniger bewegt, erhöht wahrscheinlich eher sein Sturzrisiko, als es zu senken. Aktiv zu bleiben ist nicht nur gut für die Gesundheit. Regelmäßige Spaziergänge und Ausflüge ins Freie sind ein hervorragendes Bewegungstraining, das dem Körper hilft, potentielle Stolperfallen zu erkennen. Gleichzeitig bleiben Sie beweglich genug, um diesen aus dem Weg zu gehen.

Wenn sich Ihnen die Möglichkeit bietet, gehen Sie nicht allein. Angehörige sollten ihre älteren Familienmitglieder so oft es geht auf dem Weg nach draußen belgeiten. Aktive Bewegung zu zweit oder in der Gruppe sorgt dafür, dass Senioren im Falle eines Sturzes nicht alleine sind – zudem bereitet sie gemeinsam mit anderen Menschen mehr Freude.

Überprüfen Sie sich selbst

Mit einfachen Methoden können Sie leicht überprüfen, ob Sie oder Verwandte von Ihnen zur Risikogruppe für Stürze im Alter gehören. Testen Sie beispielsweise, ob Sie:

  • für eine Strecke von 10 Metern weniger als 15 Sekunden benötigen
  • länger als 5 Sekunden auf einem Bein stehen können
  • es schaffen, innerhalb von 15 Sekunden fünfmal aufzustehen

Gelingen diese Dinge nicht, existieren Anzeichen für eine schlechte Motorik. Reaktion, Kraft und Koordination lassen sich mit sportlicher Betätigung, zum Beispiel mit Step Arobic, trainieren. Auch das Gleichgewicht lässt sich zum Beispiel beim Tanz oder Tai Chi verbessern. Im Grunde zählt, dass Senioren bei Fitnessübungen auf den Beinen und in Bewegung sind.

Auch Augen und Ohren sind enorm wichtig für eine gute Koordination. Geschädigte erleiden wesentlich häufiger Stürze im Alter. Inzwischen gibt es im Netz eine Reihe von Seh- und Hörtests, mit denen sich die Sinne privat und von zu Hause testen lassen. Das beste und sicherste Ergebnis liefert aber immer noch der Besuch beim Arzt. Sehhilfen und Hörgeräte sollten Sie ohnehin regelmäßig von Fachleuten überprüfen lassen.

Gestalten Sie ihr Zuhause barrierefrei

Nicht nur in Parks und auf den Straßen kommt es zu Stürzen im Alter. Auch in Ihrer Wohnung finden sich zahlreiche Gefahrenquellen.
Barrierefreies Wohnen heißt, Räume und Gegenstände aus dem Alltag zugänglich und nutzbar zu machen. In erster Linie soll Selbstständigkeit von Senioren gewahrt werden, doch ein barrierefreies Zuhause kann auch Stürze im Alter verhindern. Je nach Räumlichkeit bieten sich verschiedene Möglichkeiten.

Im Badezimmer ist beispielsweise eine ebenerdige Duschkabine von Vorteil. Sanitäre Anlagen sind außerdem schnell mit Haltegriffen aufgerüstet. Auch in der Küche lassen sich entsprechende Vorkehrungen treffen. Damit Sie gar nicht erst zur Leiter oder einem Tritthocker greifen müssen, platzieren Sie Küchengeräte am besten stets gut erreichbar. Auch Oberschränke sollten möglichst tief hängen.

Minimieren Sie das Sturzrisiko, indem Sie beispielsweise hohe Teppichkanten entfernen. Lose Kabel verlegen Sie wenn möglich außerhalb der Geh-Zone, zum Beispiel unter dem Teppich oder an der Wand. Auf glatten Böden sollten Sie stets rutschfeste Schuhe tragen. Achten Sie außerdem auf hohe Fußleisten und Türschwellen. Mit Hilfe von kleinen Rampen können Sie auch hier einen Sturz vermeiden. In jedem Raum sollte auch eine ausreichende Beleuchtung vorhanden sein.

Diese Hilfsmittel sind empfehlenswert

Nicht nur ein barrierefreies Zuhause kann zur Prävention von Stürzen im Alter beitragen. Die folgende Liste enthält Alltagshilfen, die ebenso wertvoll für Ihr Sicherheitsgefühl oder das Ihrer Mitmenschen sein können.

Rollatoren

Bild Drive Medical Rollator Gigo

Rollatoren sind faltbare Gehhilfen, die mit Rädern ausgestattet sind. Diese gibt es für drinnen und draußen. Ein Rollator ist ideal geeignet für Menschen, denen das autonome Gehen auf Grund einer körperlichen Einschränkung schwerfällt. Sie erleichtern sie das Gehen und bieten außerdem eine Ablage und eine Sitzmöglichkeit zum Ausruhen. Durch ihre stabile Konstruktion sorgen sie für sicheren Halt und reduzieren so das Risiko eines Sturzes.

Gehstöcke

Gehhilfe Senioren

Gehstöcke helfen Senioren dabei, das Gleichgewicht beim Gehen zu halten. Gleichzeitig entlasten sie die Gelenke und bieten eine erhöhte Standfestigkeit. Gerade bei Spaziergängen oder beim Einkaufen sind diese hilfreich. Oft sind Gehstöcke leicht, kompakt und zusammenfaltbar, so dass sie gut transportiert werden können.

Hier finden Sie Vergleiche weiterer Gehhilfen!

Sturzmatten

Stürze im Alter vermeiden - Sturzmatte

Als Prophylaxe-Maßnahme für sturzgefährdete Personen eignen sich sogenannte Sturzmatten. Vor allem vor Duschkabinen oder Betten sind Sturzmatten empfehlenswert. Ihr Polyetherschaum dämpft den Aufprall und kann so ernsthafte Verletzungen bei einem Sturz im Alter verhindern. Hier geht´s zu den Sturzmatten.


Anti-Rutsch-Hilfen

Anti-Rutsch-Unterlage

Eines der größten Sturzriskien stellt aufgrund seiner Nässe und Ausstattung das Bad dar. Um Stürze im Alter zu vermeiden, gibt es spezielle Anti-Rutsch-Hilfen für Ihr Zuhause. So können Sie Ihr Badezimmer mit einer Anti-Rutsch-Unterlage ausstatten, mit Anti-Rutsch-Streifen alle Ecken Ihres Zuhauses rutschsicher gestalten, und mit Anti-Rutsch-Dusch-Schuhen entspannt und sicher duschen.


Alarmknöpfe und Notrufarmbänder

Senioren Hilfsmittel Alarmknopf

Im Falle eines Sturzes ist es wichtig, dass Betroffene auf sich aufmerksam machen können. Damit dies gewährleistet ist, eigenen sich Alarmknöpfe oder Notrufarmbänder.
Das Drücken eines Alarmknopfes löst beim Empfänger ein Signal aus, so dass ein Helfer in Hörweite reagieren kann. Um bei Nacht optimale Sicherheit garantieren zu können, sind die Knöpfe in der Regel beleuchtet. Die Reichweite ist allerdings eher gering und beläuft sich auf ca. 40m. Deshalb sind Alarmknöpfe eher in der häuslichen Krankenpflege zu finden.

Über deutlich mehr Reichweite verfügen Notrufarmbänder. Diese sind allerdings auch kostspieliger als Alarmknöpfe. Moderne Armbänder senden ein Signal an Smartphones mit zuvor installierter App.

Umlagerungshilfen für Rollstuhlfahrer

Rollstuhlfahrer sind selten gegen Stürze aus ihrem Beförderungsmittel gefeit. Befindet sich gerade niemand in der Nähe, sind sie der Situation obendrein hilflos ausgeliefert. Umsetzplatten und Lifter vereinfachen Rollstuhlfahrern den Positionswechsel und können Stürze effektiv verhindern.

Fazit

Stürze im Alter können ernste Folgen nach sich ziehen. Bedauerlicherweise sind gerade Senioren am meisten gefährdet. Dies gilt insbesondere für Menschen, die bereits unter einer Gehbehinderung leiden. Neben den physischen Schäden kann schon die Angst vor einem Sturz das Lebensgefühl beeinträchtigen.

Das Unfallrisiko lässt sich leider nie ganz auf null reduzieren, aktive Maßnahmen können aber zur Vorbeugung dienen und Stürze im Alter vermeiden helfen. Passen Sie Ihre Wohnsituation oder die Ihrer Angehörigen den Bedürfnissen im Alter optimal an, um potenzielle Gefahrenquellen zu beseitigen und alle Räumlichkeiten leicht nutzbar zu machen. Daneben existieren zahlreiche Alltagshilfen, die Ihnen oder Ihrer Familie viele Situationen erleichtern.

Stürze im Alter verhindern Sie zudem am besten, wenn Sie auch im hohen Alter noch regelmäßig in Bewegung sind. Nur so bleiben Sie fit und Ihre körpereigene Koordination lange erhalten.

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Titelbild: © rawpixel/pixabay.com

Redaktion

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